Orthomedio
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Orthopädische Schuzurichtung

Durch eine besondere Zurichtung am serienmässig hergestellten Konfektionsschuh ist es oft möglich, die Fortbewegung mit einem geringeren Kostenaufwand im Vergleich zum orth. Mass-Schuh zu erreichen.
Zurichtungen werden an der Sohle, am Absatz und im Gelenkbereich ausgeführt und dienen dazu die Dynamik beim Gehen und Stehen zu verbessern.
Dies sind hauptsächlich sog. Rollen, Keile, Versteifungen und Verbreiterungen im Bodenunterbau des Schuhs.

Wir unterscheiden:

1. Abrollhilfen
Veränderung Schritt- Standfläche und damit Verbesserung/Beeinflussung des Abrollvorgangs. Je nach Therapiezweck werden unterschiedliche Rollen angebracht. 

1.1 Ballenrolle
Sie dient in erster Linie der Funktionsentlastung der Zehengrundgelenke.
Je nach Verlauf der Scheitellinie verläuft die Abwicklung nach med. oder lateral. Eine Absatzangleichung ist in d. Regel notwendig. 

1.2 Mittelfussrolle
Hauptwirkung der Mittelfussrolle ist die Funktionsentlastung der Fusswurzelgelenke bis einschliesslich des ob. Sprunggelenkes. Die Rolle wird unterschiedlich weit hinter die Mittelfussköpfchen gesetzt und die mech. Fusslänge wird hierdurch verkürzt. Dementsprechend wird die Absatzangleichung auch hier notwendig. 

1.3 Zehenrolle
Die Zehenrolle hat eine rückhebelnde Wirkung und verbessert durch vermehrte Spannung der Wadenmuskulatur die Stabilisierung des Kniegelenks. Durch eine Sohlenversteifung wird die Wirkung erhöht.

1.4  Richtungsrolle
Mit einer Richtungsrolle wird die Torsion im Unterschenkel beeinflusst. Dadurch kann bei Kniebeschwerden gezielt entlastet werden. Die Variation der Scheitellinie nach med. oder lat. bestimmt die Abwicklungslinie.

1.5 Innen/Aussenrand
Durch die Erhöhung des Innen-oder Aussenrandes der Schuhe wird die Belastung beim Auftritt (Supination- od. Pronation) verlagert. Dies wirkt statisch korrigierend und bedeutet eine Entlastung d. Bandapparates auf der erhöhten Seite und wird v. a. auch zur Knieentlastung angewendet.
Bei X- Bein Stellung- Innenranderhöhung = Entlastung lat. Condyle und vermehrte Knie Aussenrotation.
Bei O- Bein Stellung- Aussenranderhöhung = Entlastung der med. Condyle und vermehrte Knie- Innenrotation.

1.6  Schmetterlingsrolle
Die verdeckte Schmetterlingsrolle zur Entlastung besonders empfindlicher Mittelfussköpfchen schliesst auch die Ballenrolle am Schuh und dessen Wirkung mit ein. Durch die spezielle Weichpolsterung im Schuhboden und der Entlastung mittels einer zusätzlichen retrocapitalen Abstützung wird der Bereich der Mittelfussköpfchen 2/3 erreicht.

 

2. Stabilisierungen 
Um ein Gelenk zu schonen oder ruhigzustellen, bedarf es einer Versteifung oder Stabilisierung der beweglichen Teile am Schuh.

2.1 Gelenkversteifung
Das Gelenk am Schuh liegt zwischen Fersen und Ballen, eine starre Verbindung sichert diesen Bereich. Das Gelenk verhindert ein Absenken d. Fusswurzel und verhilft zu einem sicheren Abrollen.

2.2 Sohlenversteifung
Eine Versteifung des Schuhbodens kann aus versch. Gründen erforderlich sein. Sie wird vor allem bei Arthrosen in den Fuss- und Zehengelenken eingesetzt. Die Versteifung (meistens aus Carbon) wird in den bestehenden Schuhboden oder noch viel mehr: in eine zusätzliche Abrollung/Abrollhilfe am Schuh eingesetzt.


3. Absatzzurichtung 
Veränderungen am Absatz sind ein Weg zur Variation von Form und Funktion des Schuhs. Sie verändert sich mit seiner Höhe, der Platzierung, dem Material und mit seiner Form.

3.1 Pufferabsatz
Mit einem Pufferabsatz wird eine Dämpfung des Belastungsstosses beim Auftritt erreicht. Eine Dämpfung wird empfohlen bei: Gelenkschmerzen Fusswurzelbereich, im Knie oder in der Hüfte. Bei Endoprothesen oder Wirbelsäulenschäden. Pufferabsätze werden immer bds. angebracht.

3.2 Abrollabsatz
Die Abrollung eines Absatzes paralell zur Auftrittsebene erleichtert durch die Verkürzung des hint. Fusshebels die erste Phase der Fussabrollung. 

3.3  Schleppabsatz
Der Schleppabsatz verlängert den hinteren Hebelarm des Fusses. Der gesamte Auftritt wird dadurch weiter nach hinten verlegt, dies ergibt eine verstärkte Hebelwirkung zur Unterstützung der Wadenmuskulatur.

3.4 Keilabsatz
Der Keilabsatz verstärkt das Gelenk, ergibt meistens eine grössere Auftrittsfläche und verhindert ein Durchtreten des Schuhe in der Mitte.

3.5 Absatzverbreiterung
Absatzverbreiterung nach innen/ oder aussen erhöhen die Standfläche und verbessern die Standfestigkeit des Schuhs. Dies kann auch durch ein lotgerechtes versetzen des Absatzes ohne Neuaufbau erreicht werden. 

3.6 Fersensprengung
Bei Plantarflexions- oder Dorsalextensionseinschränkungen sind die Pat.
Auf eine bestimmte Absatzhöhe angewiesen die immer genau gleich hoch sein sollte. Dies kann mittels Fersenkeilen im Schuh bis zum Gelenk eingebaut oder mit einer Absatzerhöhung an den Schuhen ausgeführt werden. 

5. Verkürzungsausgleich
Wird eine Differenz der Beinlänge festgestellt, kann die Korrektur durch eine Erhöhung im oder am Schuh erfolgen.

5.1 Fersenkeile/Talonette
Kleine Beinverkürzungsausgleiche können je nach Schuhtyp in Form einer Talonette im Schuh ausgeglichen werden.

5.2 Absatzerhöhung
Wenn aus Platzgründen keine Talonette eingearbeitet werden kann, werden kleine Beinverkürzungen am Absatz ausgeglichen.

5.3 Absatz/Sohlenerhöhen
Bei grösseren Beinverkürzungen wird die Sohle zusätzlich erhöht (Verhältnis ca. 60 %), damit eine Überbelastung des Vorfusses vermieden werden kann.

6. Zurichtung am Schuh
Um Druckstellen im Schuh zu vermeiden, können verschiedene orthopädische Korrekturen im Schuhinneren vorgenommen werden. 

6.1 Schaftanpassung
Der Schuh wird vor dem Weiten am Fuss des Kunden kontrolliert, damit die zum Weiten anstehende Stelle angezeichnet werden kann.

6.2 Sohlenverbreiterung
Diese wird angebracht um eine bessere Standfestigkeit und Bodenstabilität zu erhalten. Es ist zusätzlich vielfach auch eine Absatzverbreiterung nötig.

6.3 Entlastungspolster
Entlastung einer Exostose am Fussrücken (Ristpartie) mittels Zungenpolster.
Entlastung einer Haglundferse (Fersenexostose) mittels Freilegung und Polsterung der neuralgischen Fersenteile/kappe am Schuh.

6.4 eingebautes Fussbett
Bei Schuhen die zuwenig Raum für lose Einlagen bieten, können Fussbettungen fest eingebaut werden. 

7. Schaftkorrekturen
Anbringen eines Klett- oder Reissverschlusses anstelle einer Schnürung, wenn eine Lähmung od. eine andere Ursache das schnüren verunmöglicht.
Weiten, längen oder andere Massnahmen am Schuh die eine bessere Tragqualität ermöglichen.